Isas Sammlung von Hundegedichten & mehr
Isa's collection of dog poems & more
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This blog is not only a collection for all of you who, like me, love poems, texts and simply everything about dogs, it is also intended to give recognition to all authors and artists who with their work give us great pleasure, sometimes solace and who also want to open our eyes to the abuse and neglect of animals.
Ausgenommen meine eigenen Arbeiten, unterliegen alle in dieser Sammlung veröffentlichten Gedichte, Zitate, Geschichten etc. dem Urheberrecht des jeweiligen Verfassers. Leider ist mir dieser in den wenigsten Fällen bekannt. Ich möchte mich bei allen Autoren entschuldigen, die ich nicht namentlich erwähnt habe. Ich arbeite daran, die Autoren zu finden. Wer hier einen eigenen Text findet, dem wäre ich für eine Nachricht dankbar. Ich werde dann einen entsprechenden Hinweis (und/oder Link) ergänzen oder den Text umgehend entfernen.
Das Urheberrecht für meine eigenen Texte, Fotos und selbst erstellten Grafiken liegt allein bei mir. Kopieren oder jegliche Art von Weitergabe oder Veröffentlichung ist untersagt.
Copyright for all published poems, stories, quotes belongs to the respective author. Usually I don’t know the authors of the material and I would like to apologize to any authors who I don’t mention. I’m working to find the writers. If you do find your own work here, I would be grateful for an appropriate message. Then I’ll add a note (and/or a link) or will remove the text immediately. I look forward to hearing from you.
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2016/11/18
Hunde denken anders ...
2016/11/15
Lösegeld für meinen Hund
2015/12/10
Der Hund macht nur das, was er soll
2015/12/09
Der Herr der Straßen
2012/02/02
Heute war ein guter Tag
Ich spazierte 2 Stunden mit meinen beiden Vierbeinern durch den Schnee.
Meine alte Hündin, für die jeder Spaziergang im Regen eine Zumutung ist, war plötzlich wieder jung.
Sie rannte, tief mit der Schnauze im Schnee, voller Freude in alle Richtungen.
Die Leichtigkeit und Geschmeidigkeit ihrer Jugend war auf einmal wieder da.
Sie schleppte alles an, was man irgendwie fortwerfen und wieder holen kann, über Stöcker hin zu Tannenzapfen.
Sie schlug Haken wie ein junges Kaninchen und schmiss mich einmal sogar um bei dem Versuch, mir in vollem Lauf einen Hundekuss zu geben.
Als ein Reh in Sicht kam, verharrte sie in Vorstehpose, als wollte sie, ganz wie früher einmal, hinter dem Reh herstürmen. Im Gegensatz zu früher genügte ein leises 'Nein' von mir, und sie nahm den Fuß wieder herunter und holte sich ihr Leckerli ab.
Wer einmal gesehen hat, wie ein Hund mit allen 4 Beinen gleichzeitig in die Höhe springt, wie ein Ziegenbock, der kann sich vorstellen, wie ich gelacht habe, als sie auf diese Weise versuchte, eine Maus zu fangen.
Sie ist 12 Jahre alt, und sie hat bestimmt ihre besten Jahre hinter sich, aber dieser Tag wird mir lange in Erinnerung bleiben.
Nun liegt sie längst wieder auf ihrem Lieblingsplatz neben dem Kamin. Sie schläft und schnarcht dabei leise. Ihre Pfoten rennen immer noch. Was sie wohl träumt?
Dem kleinen Hund schmilzen derweil die Eiszapfen aus seinem Terrierbart; nun, er ist in dieser Geschichte wohl zu kurz gekommen, aber seine Zeit kommt auch noch.
Heute war ein guter Tag, das wollte ich euch erzählen.
(Susanne Riemann)
Vielen Dank an die Autorin, dass ich ihren Text auf meinem Blog veröffentlichen darf.
Gerechte Strafe
Mit großem Mitgefühl und großer Achtung für das, was der Hund erzählte, schickte Rama seine Boten, um den Priester herzuholen. Der Priester trat in den Saal und gestand sein Verbrechen. Rama fragte den Hund, welche Strafe seiner Meinung nach gerecht sei, und der Hund antwortete: "Mache ihn zum Hohepriester eines riesigen Klosters. Das ist die gerechte Strafe."
Alle wunderten sich über den Vorschlag des Hundes, und Rama bat ihn, das zu erklären. Der Hund sagte: "Herr, in meinem vergangenen Leben war ich Hohepriester in einem großen Kloster. Diese Macht verdarb mich. Ich betrog ehrliche Leute und missbrauchte meine Befugnisse. Aus diesem Grund wurde ich in diesem Leben als Hund wiedergeboren. Wenn du diesen Mann zum Hohepriester machst, wird er sicher gleich handeln wie ich und als Hund wiedergeboren werden. Dann wird jemand anders auch ihn auf den Kopf schlagen. Ist das keine gerechte Strafe?"
Als sie die Worte des Hundes gehört hatten, lachten alle. Der Priester flehte um Vergebung. Der Hund und Rama vergaben ihm, und Rama heilte den Hund. Dieses Erlebnis öffnete ihnen das Herz, und sie traten beide in das Himmelreich ein.
(Autor unbekannt)
Eine Hundegeschichte
Du hast mich im August letzten Jahres aus dem Tierheimgeholt. Ich war dort abgegeben worden, weil mein damaliges Frauchen und ich auf offener Straße beinahe gesteinigt worden wären. Aber sehr lange musste ich nicht warten, dann hatte ich bei Dir und meinem neuen Frauchen ein neues zu Hause gefunden. Was war ich froh! Ein riesiger Garten, und viele lange Spaziergänge.
So etwas kannte ich ja gar nicht in meinem Alter von nicht einmal einem Jahr. Wir haben uns prima verstanden. Und wie herrlich war es, mit dem Nachbarshund Asko herumzutollen! Nur mit dem Wörtchen “komm“ hatte ich noch so meine Probleme. Und solange ich dies nicht richtig begriffen hatte, musste ich immer an die Leine wenn wir den Garten verließen.
Am Dienstag war Frühlingsanfang mit bestem Wetter. Bei Sonnenschein und Schnee fuhren wir ins Grüne, um einen schönen Spaziergang zu machen. Und da passierte es: Ich bin Dir aus dem Auto gesprungen, bevor Du mir eine Leine an mein Geschirr machen konntest. Das habe ich natürlich sofort ausgenutzt und bin glücklich weit über die Wiesen gerannt. Endlich einmal ohne Leine so richtig drauflos rennen - weit und breit kein Mensch oder Tier!
Freiheit - eine Wolfsgeschichte
Dort erwachten gelbe, glühende Augen zum Leben und durchdrangen gierig die Nacht. Ein hellgrauer Schatten löste sich aus der Dunkelheit, nur ein Schemen vor dem Schwarz der Wälder. Lautlos bewegte sich die Wölfin hinaus auf die Ebene und betrat als ungebetener Gast das Reich der wilden Pferde .
Von den Hügeln hinab drang der uralte Gesang ihrer Artgenossen zu ihr, das immer gleiche Lied an den Mond, das die Wölfe seit Jahrtausenden sangen. Doch dieses eine Mal antwortete sie nicht, der Hunger war stärker.
Irgendwo da draußen graste ihre Mahlzeit, ein Fohlen vielleicht in dieser Nacht, das sich ein Stück von der aufmerksamen Mutter entfernt haben würde. Warmes, lebendiges Futter für die hungrige Jägerin.
Mein Name ist Till
Mein Herrchen ist ein kluger Mann, er weiß immer ganz genau, was gut für mich ist. Deshalb liebe ich ihn auch so abgöttisch, nur leider sehe ich ihn nicht so oft. Er ist ein vielbeschäftigter Mann, von morgens bis abends muss er arbeiten. Sonntags darf ich mit ihm durch den Ort gehen, dann macht er sich schick und wir gehen eine Stunde spazieren.
Ab und zu darf ich auch mit Frauchen in den Garten gehen, oh, das macht mir Spaß. Am liebsten buddel' ich im Sand. Als ich noch ganz klein war, bekam ich alle 3 Tage extra-tollen-weissen Buddelsand. Jetzt ist es nicht mehr so oft, aber auch im alten Sand lässt es sich buddeln. Ich bin manchmal aber auch ein wenig traurig. Die Nachbarin von uns hat auch Hunde, so kleine komische Wuselzwerge zwar, aber es sind doch immerhin Hunde. Die sehen immer so zufrieden und glücklich aus.
Hunde
Würdet ihr nicht mit der Fähigkeit der Sprache auch gleichzeitig die Fähigkeit zur Lüge erlernen? Würdet ihr nicht versuchen, euch in günstigem Licht darzustellen? Würdet ihr nicht, da ihr reden könntet, auch manches verschweigen?
Nein, ich denke, es ist besser so, wie es ist. Wenn ich euch auch nicht auf den Grund der Seele schauen kann, so ist doch das, was ihr mich wahrnehmen laßt, wahrhaftig. Ich hatte den Tag eurer Ankunft gut vorbereitet. In einer Kiste solltet ihr zur Welt kommen, geräumig, oben geschlossen, mit einer Decke gepolstert. Ich schaffte es sogar, eure mißtrauische Mutter zu überreden, probeweise zwei Nächte darin zu verbringen. Daß sie die Kiste gründlich beschnüffelte und die Decke darin mit Maul und Krallen hierhin zog, dann wieder dorthin, wertete ich als Zeichen der Anerkennung.
Ist nicht die Nacht wie geschaffen für Geburten? Die Statistik belegt, daß Geburten überwiegend in der Dunkelphase des Tages stattfinden. Auch meine Mutter hatte sich dieser Regel gefügt. Ihr aber wurdet am hellichten Tage geboren, am Vormittag, bei gleißendem Sonnenlicht! Ihren ursprünglichen Plan, euch in der Kiste in die Welt zu setzen, ließ eure freiheitsliebende Mama fallen. Naturverbunden, wie sie war, warf sie euch im hohen Gras. Zwei Brüder waren noch da. Einer davon erregte sofort das Mißfallen seiner Mutter derart, daß sie ihn bis zur Unkenntlichkeit zerfleischte, auf der Stelle.
Mr. B. sucht seinen Hund
"Je länger ich mit Menschen zu tun habe, desto lieber werden mir die Tiere!"
Mit einer zweiten Erfahrung war er nicht so ganz sicher. Er verkündete sie daher - und auch das nur mit dem Vorbehalt, daß sich in der Erinnerung manches verwische und Gefühle nicht meßbar seien - im engsten Freundeskreis:
"Niemals habe ich um einen Menschen so sehr getrauert wie um Tiere, die bei mir lebten."
Es stand aber fest, daß der Verlust jedes Hundes, der ihn begleitet hatte, ihm tiefen Schmerz zufügte, einen Schmerz, der sich immer wieder, noch Jahre danach, ohne Ankündigung in sein Herz krallte, und ihn nachts weinen ließ.
Sein letzter Hund, ein Dalmatiner, starb im 15. Lebensjahr. Er hätte ihn vielleicht schon 1 1/2 Jahre früher töten lassen müssen, denn neben allerlei Altersbeschwerden plagten "Fullstop", wie er wegen seines gepunkteten Fells hieß, Gelenkschmerzen. Mr. B. aber versuchte ausdauernd, seinem Hund zu helfen. Er rieb die Gelenke mit Salbe ein, verabreichte homöopathische und andere Medikamente, setzte Fullstop auf Spezialkost und trat sogar der Arthrosegesellschaft bei, um neue Entwicklungen der Behandlungsmethoden nicht zu versäumen. Ohne Zweifel litt Fullstop nicht so schwer an seiner Krankheit wie unbehandelte Hunde, vor allem jene, die erfahren mußten, daß man sich, da sie nun alt und krank waren, kaum noch um sie kümmerte, und die nur ein Randdasein fristeten.
Max
Er selbst hatte Tell erschossen, erschießen müssen. Mein Onkel hätte jemand damit beauftragen können, aber das hielt er für feige. Wenn sein Hund schon sterben mußte, wünschte er nicht, daß jemand anders Hand an ihn legte. Sein erster Plan war, Tell laufen zu lassen und ihn dann mit der Kugelbüchse waidgerecht zu erlegen. Doch ihm fiel ein, daß seine Tränen wahrscheinlich die Sicht behindern würden und ein schlecht sitzender Schuß den Hund unnötig quälen könnte.
So nahm er Tell an die Leine und ging mit ihm im Eilschritt durch den Park, ohne ihn anzuschauen, band ihn kurz an die alte Lärche, zog seine 9-mm-Walther-Pistole und schoß zweimal schnell hintereinander in den Kopf des Hundes an jener Stelle, die er so gern gekrault hatte. Danach konnte er seine Tränen nicht mehr zurückhalten und schluchzte laut, während er über das Fell des sterbenden Hundes strich.
Mein Onkel Arno hatte das Todesurteil, das er soeben vollstreckte, selbst gefällt. Tell, ein Schäferhund von bemerkenswert schöner Figur, hatte acht Jahre lang Manieren gezeigt, die seiner Rasse würdig waren. Er gehorchte auf's Wort und mißbrauchte seine Freiheit nie. Doch an einem wundervollen Sonntagmorgen im Sommer brach er in die Schafherde ein und riß ein Schaf.
Eine Hundegeschichte
Er fängt an, im Gebüsch zu stöbern.
Die junge Frau geht weiter.
Sekunden später: Bremsen quietschen,
ein Sandsack wird auf die Straße geschleudert,
prallt kurz ab und bleibt am Gehweg liegen.
Der Fahrer konnte nicht mehr bremsen. Der Hund ist tot.
Er hat selbst einen Hund, der langsam an Krebs zugrunde geht.
Die Polizei kommt.
"War der Hund an der Leine ?" Ein dämliches Grinsen:
"Na, hoffentlich war der Hund versichert, das wird teuer für Sie."
Das Telefon klingelt.
Ich freue mich, meine Freundin ruft an, ich habe Geburtstag.
Beim ersten Wort weiß ich: etwas Schlimmes ist passiert.
Ich fahre den Rechner herunter und bin auf dem Weg zum Bahnhof.
Auf dem Hundespielplatz. Der Hund tollt herum.
Mitten im Spiel kann er nicht mehr ausweichen und rennt in sein Frauchen.
Die Frau liegt mit verletztem Knie am Boden.
Der brave Hund hält Wache.
Ein Streifenwagen kommt heran, zwei Polizisten, die Pistole im Anschlag.
Nur durch die hartnäckige Weigerung anderer Hundebesitzer,
aus der Schußlinie zugehen, bleibt der Hund am Leben.
Meine Freundin nimmt den Hund ihrer Mutter zu sich.
Wir sehen uns nur am Wochenende, da wir nicht im gleichen Ort wohnen.
Eine Woche habe ich ihn für mich alleine in meiner kleinen Wohnung.
Meine Freundin ist auf Studienfahrt.
Ich hatte etwas Angst, ob ich mit dem Hund zurechtkommen würde.
Tagsüber sitzt er im Büro unter meinem Schreibtisch.
In den Pausen gehen wir am Fluß entlang.
Er zieht immer zum Wasser und will schwimmen,
aber noch traue ich mich nicht, ihn von der Leine zu nehmen.
Dann reagiert er sich beim Stöckchenzerbeißen ab.
Sonntag Morgen.
Ein schwanzwedelndes, goldbraunes Etwas rotiert neben dem Bett
und drückt mir ein Stofftier ins Gesicht.
Wir wollen noch nicht aufstehen und punkten durch entschiedenes Nichtbeachten unseres Gefährten.
Am Wochenende geht's erst etwas später raus.
Dafür machen wir lange Spaziergänge zu dritt und nehmen immer Spielzeug mit.
Mittlerweile fängt er den kleinen Ball im Flug.
Es ist ein herrlicher Anblick, wie sein Fell in der Wintersonne leuchtet.
Der Tierschutz hat den Hund über Nacht aufbewahrt.
Am nächsten Morgen holen wir ihn am Tierheim ab.
Ich trage ihn mit dem Tierpfleger ins Auto.
Der Hund riecht tot.
Wir fahren zur Mutter meiner Freundin.
Wir wußten, daß wir den Hund irgendwann zurückbringen müssen,
aber so hatten wir uns das nicht vorgestellt.
Es regnet, als ich das Grab aushebe.
Kein Hund der sich zwischen uns drängt, wenn wir uns küssen.
Seine Stofftiere liegen noch auf dem Fußboden herum.
Wir halten uns im Arm, immer wieder fangen wir an zu weinen.
Ständig nehmen wir Hundebücher zur Hand,
betäuben unsere Trauer mit dem Traum vom eigenen Hund.
Aber wir wissen, vorerst kann es nur ein Traum bleiben.
Für kurze Zeit hat er aus uns eine richtige Familie gemacht.
Nun sind wir wieder allein.
(Autor unbekannt)
Eine Geschichte aus Lappland
Früher kam der Hund, der damals noch ein wildes Tier war, zu den Lappen und bat sie, ihn in ihre Dienste zu nehmen. Denn es war für ihn zu schwer geworden, in der Wildnis seine Nahrung zu suchen und er mußte viel hungern.
Die Lappen aber waren froh, einen Helfer für ihre Arbeit zu finden. Sie hatten schon versucht, ein Wolfsjunges zum Rentiertreiben abzurichten, doch als es groß war, fiel es über die Renntiere her und tötete sie.
Der Hund aber versprach, die Herde gut zu bewachen und forderte für seinen Dienst nur reichlich Nahrung und gute Behandlung. Und noch eins: wenn er zu alt für die Arbeit sein würde und den Rentierherden nicht mehr folgen könnte, sollten ihn die Lappen töten.
Die Lappen halten noch heute dieses Versprechen und lassen ihre Hunde nicht leiden. Keiner tötet jedoch seinen eigenen Hund, sondern jeder bittet seinen Freund, dies für ihn zu tun.
Beim jüngsten Gericht erscheint der Hund vor Gott; und ob er ein gutes oder ein schlechtes Zeugnis ablegt, ist entscheidend für die Beurteilung seines Herrn ...
(Autor unbekannt)
2010/12/22
Die traurige Geschichte von Lea
2010/12/16
Yudhistira und der Hund
(Autor unbekannt)
2010/12/15
Ein seltsamer Tag
Flocki, das bin ich, leider. Ob einer von ihnen krank ist? Ich mach mir Sorgen um sie. Da poltert schon wieder jemand über den Flur und stößt die Wohnzimmertür auf. Ach, der Große ist es. Papa nennen sie ihn. Papa, Mensch, fall nicht über mich! Schon passiert. Knurre ich ihn an? Nee, lieber nicht, sonst knurrt er zurück.
Was schleppt er ins Wohnzimmer, der Papa? Einen Baum! Was will er damit? Soll der zum Verheizen sein? Nee, glaube ich nicht. Meine Familie heizt mit Öl. Da fällt es mir ein: Er hat den Baum für mich besorgt, damit ich bei der Kälte nicht mehr raus muss, um mein Bein am nächsten Straßenbaum zu heben. Ist der lieb, der Große, so ein schöner Baum! Und ganz für mich? Vor lauter Dankbarkeit springe ich auf und renne zum Baum, den will ich unbedingt mal ausprobieren. Ich hebe gerade mein Bein, da keift der Papa los: „Lass das. Der ist nicht für dich!“ Ach so, jetzt bin ich beleidigt, Schwanz eingekniffen und unter das Sofa. Ich möchte nur wissen, was er mit dem grünen Ding im Wohnzimmer anfangen will.
Nikos Weihnachtsmann
Sie führte nicht gerade ein luxuriöses Leben, seit sie vor sechs Jahren als Welpe auf den Hof kam, aber sie konnte zufrieden sein. Im Stall fand sich immer ein warmes Plätzchen zum Schlafen im Stroh, zu Fressen gab es auch genug und ab und zu steckte die Bäuerin einen Leckerbissen zu. Besonders liebte Floh die Kinder, die mit ihr tobten und spielten.
Wenn die Zeit kam, dass Floh läufig wurde, sperrte sie die Bäuerin in den Auslauf zu den Hühnern. Doch diesmal hatte die Bäuerin nicht aufgepasst und Rex, der Hund vom Bauern Lars hatte die Gelegenheit genutzt, und nun bekam Floh Babys. Die Wochen waren vergangen und irgendwann ließ sich das Missgeschick nicht mehr verheimlichen. Anfang November warf Floh fünf Welpen. Die Bäuerin hatte ihr eine Kiste in der warmen Küche zu Recht gemacht und ihr bei der Geburt beigestanden.
Am Nachmittag kam der Bauer mit einem Korb, nahm die fünf Welpen, legte sie hinein und verließ die Küche. Floh war außer sich. Warum nahm man ihr die Welpen weg ? Was sollte mit ihnen geschehen ? Sie schrie und winselte, bellte und sprang an der Bäuerin hoch. Doch diese sah sie nur traurig an, streichelte sie und gab ihr ein paar Leckerbissen. Floh wollte sich aber nicht beruhigen, sie rannte zur Tür und kratzte jaulend daran. Bis die Bäuerin sie dann nach einer Stunde hinaus ließ. Floh lief umher und suchte, schaute in jede Ecke und schnupperte überall herum. Sie war so verzweifelt, doch sie konnte ihre Welpen nicht finden. Irgendwann trieb sie ihr Instinkt zum Misthaufen. Und da lagen die Welpen. TOT! Der Bauer hatte sie alle getötet und dann dorthin geworfen. Floh sah ihre Welpen und leckte über die kleinen Körper.
Rettung an Silvester
Während ich den Weg herunter lief, sah ich im Schnee ein paar blutige Pfotenabdrücke, die aus dem Wald herauskamen und in dem Strohbündel am Gatter endeten. Zusammengerollt auf den Strohhaufen lag ein Hund. Mittelgroß. Schwer auszumachen in der Dunkelheit, welche Art Hund; könnte alles Mögliche gewesen sein. Aber ganz sicher ein Hund dunkler Farbe. Ich legte meine Hand auf den Rücken und fühlte kalte Rippen. Ich zog meine Handschuhe aus und tastete hinter den Vorderlauf. Ein Herzschlag. Dann hörte ich einen schwachen Schlag. Das Ende der Rute ging auf und ab, hinterließ kleine Abdrücke im Schnee, aber der Kopf bewegte sich nicht. Ich blickte in die tiefbraunen Augen, die zu sagen schienen "Bitte jage mich nicht weg, ich kann keinen Schritt mehr laufen". Die Läufe waren gebrochen und bluteten. Ich sah, kontrollierte, ob die Heizlampen funktionierten und nahm den durchgefrorenen Hund vorsichtig an mich. Kein Widerstand, nur das Klopfen der Rute. Nicht viel Gewicht für die Größe des Bündels.
Ich machte mich auf den Weg zur Vordertür. Drinnen angekommen legte ich den Hund in der Tür ab. Keine Bewegung. Während ich kontrollierte, ob alles noch schlief, machte ich mich auf die Suche nach einer Decke. Ich war mir ziemlich sicher, dass wir die letzte Hundedecke bei unserer Rettungsaktion von neulich verwendet hatten. Im Schrank nichts, im Trockner nichts, auf der Couch nichts. Ich ging ins Schlafzimmer und zog vorsichtig die vom Bett herunter. Auch wenn sie schon alt war und an den Rändern auszufransen begann, es war die letzte Verfügbare. Ich faltete sie und legte sie auf die Heizklappe, ganz nah beim Ofen. Dann nahm ich den Hund und legte ihn oben drauf.
Nach Mitternacht an Silvester, in einer sehr ländlichen Gegend von Südwest-Missouri - keine Chance, heute Abend noch einen Tierarzt aufzutreiben. Wir würden es morgen versuchen müssen. Ich ging in die Küche, nahm eine Dose Hühnerbrühe aus der Gefriertruhe und warf sie in die Mikrowelle. Ich ging zurück ins Wohnzimmer und setzte die Schale nah an die Decke, in Reichweite der kalten Schnauze. Noch ein paar Schwanzklopfer waren die einzige Bewegung. Ich langte hinunter und legte meine Hand unter das Kinn, vorsichtig den Kopf anhebend. Jetzt hier drin, konnte ich sehen, dass der Hund schwarz war, zumindest an den Stellen, die noch nicht grau geworden waren. Fast das ganze Gesicht zeigte die weißen Anzeichen vergangener Zeit und die Pupillen, umrandet von diesen dunkelbraunen Augen, waren blau. Die Ohren gehörten einem Labrador und auch der Schwanz, der jedes Mal klopfte, wenn ich nähern kam. Der Körper war dünn und knochig. Keine Vorderzähne mehr. Die Reißzähne waren abgewetzt oder bis auf kleine Stummel abgebrochen und ganz hinten konnte ich drei Zähne sehen. Ich wollte nicht nachsehen, ob der alte Hund ein Rüde oder eine Hündin war. War ja eigentlich ohnehin egal. Ich sagte dem alten Hund, dass ich ins Bett gehen würde und tätschelte seinen Kopf, was er wieder mit einem Schwanzklopfen erwiderte.
Auf dem Weg ins Schlafzimmer fragte ich mich, wie um alles in der Welt der Hund zu unserer Farm gekommen war. Er kam durch die Wälder, die groß und unbewohnt waren. Ich fragte mich auch warum ausgerechnet hier. Die Antwort war einfach. Die Hand Gottes hatte den alten Hund zum richtigen Ort gebracht. Es ist jetzt morgens, und ich bin seit ein paar Stunden auf. Die Schale mit der Brühe war leer und die Decke war so, wie ich sie verlassen hatte. Keine blutigen Pfotenabdrücke auf dem Teppich, nur auf der alten Decke. Kurz nachdem ich zu Bett gegangen war, hatte der alte Hund die Hühnerbrühe aufgeschlabbert und die Schale sauber geleckt. Die Decke war leicht aufgeworfen und der alte Hund hatte sich zu einem fest Ball zusammengerollt, die Nase unter den Schwanz gesteckt. Als ich mich bückte, um guten Morgen zu sagen, antwortete kein Schwanzklopfen mehr. Ich wusste, dass der alte Hund in der Nacht über die Regenbogenbrücke gegangen war. Kniend vor dem alten Hund, dankte ich Gott für die alte Decke, die übrig geblieben war und für die Hände, die den Hund zur Regenbogen-Farm geleitet hatten. In dem Moment fiel mir das Gedicht ein, das Walt für uns geschrieben hatte:
"Hör die Freundlichkeit, sanfte Worte,
verloren oft hinter Tränen
Leg deine Hand auf meine Schulter,
lass sie meine Ängste nehmen."
(Walt Zientek)
(Becky Loyd, übersetzt von Gabi Woiwode;
Anmerkung der Autorin:
"Möge das neue Jahr euch näher zur Hand Gottes bringen, und zu so vielen alten Decken, wie Ihr braucht.
Zur beliebigen Weitergabe freigegeben - vielleicht erreicht es ein paar, die das, was sie haben, nicht zu schätzen wissen.")
Das englische Original hier