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Dieser Blog soll nicht nur eine Sammlung sein für alle, die wie ich Gedichte, Texte und einfach alles zum Thema Hund mögen, sondern auch eine Anerkennung für alle Autoren und Künstler, die uns mit ihren Werken große Freude bereiten, manchmal Trost spenden oder uns die Augen öffnen möchten für Missstände.

This blog is not only a collection for all of you who, like me, love poems, texts and simply everything about dogs, it is also intended to give recognition to all authors and artists who with their work give us great pleasure, sometimes solace and who also want to open our eyes to the abuse and neglect of animals.

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Ausgenommen meine eigenen Arbeiten, unterliegen alle in dieser Sammlung veröffentlichten Gedichte, Zitate, Geschichten etc. dem Urheberrecht des jeweiligen Verfassers. Leider ist mir dieser in den wenigsten Fällen bekannt. Ich möchte mich bei allen Autoren entschuldigen, die ich nicht namentlich erwähnt habe. Ich arbeite daran, die Autoren zu finden. Wer hier einen eigenen Text findet, dem wäre ich für eine Nachricht dankbar. Ich werde dann einen entsprechenden Hinweis (und/oder Link) ergänzen oder den Text umgehend entfernen.
Das Urheberrecht für meine eigenen Texte, Fotos und selbst erstellten Grafiken liegt allein bei mir. Kopieren oder jegliche Art von Weitergabe oder Veröffentlichung ist untersagt.

Copyright for all published poems, stories, quotes belongs to the respective author. Usually I don’t know the authors of the material and I would like to apologize to any authors who I don’t mention. I’m working to find the writers. If you do find your own work here, I would be grateful for an appropriate message. Then I’ll add a note (and/or a link) or will remove the text immediately. I look forward to hearing from you.
Copyright for my own writings, photos and graphics: Isa of Mayflower. Copying, spreading or any type of publication is prohibited.

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2016/11/18

Hunde denken anders ...

Warum stört die Menschen mein Bellen? Ich finde es gemein, dass sich die Leute bei meinem Frauchen beschweren.
 
Manchmal ist auch sie böse mit mir. Ich kann doch auch nichts dafür, dass ich so ein lautes Organ habe.
 
Und mein Kollege hinter der Hecke bellt doch auch. Ich  unterhalte mich mit ihm, obwohl ich ihn noch nie gesehen habe. Dafür telefonieren die Menschen stundenlang.
 
Hinter dem Maschenzaun sitzt eine Katze und putzt sich aufreizend ruhig ihr Fell. Obwohl ich zu ihr hinüberschaue beachtet sie mich nicht, sie ignoriert mich.

2016/11/15

Lösegeld für meinen Hund

Schreckliche Geräusche dringen an mein Ohr. Autoreifen quietschen,  erschreckte Menschenschreie und ein Hund heult auf.
 
Ich renne auf die Straße. Ein schwarzer Hund mit weißem Latz auf der Brust, weißen Pfötchen und einer weißen Schwanzspitze sei von einem Auto erfasst und in die Luft geschleudert worden.
 
Darauf sei der Hund, wie der Blitz, über die Wiese weggelaufen. Richtung Wald. Kein Zweifel, das ist Cimba, mein Hund. Er ist noch jung und ich habe einen Moment nicht aufgepasst.
 
Von den Herumstehenden wird mir erklärt, dass Hunde, und auch Katzen, werden sie angefahren, erst mal weglaufen um sich zu verkriechen. Die meisten verbluten da an ihren inneren Verletzungen und werden irgendwann tot aufgefunden.
 
Diese Horrorvision vor Augen gibt mir immense Kräfte. Ich suche stundenlang im Wald, in den umliegenden Maisfeldern. Mir fällt der berühmte Heuhaufen ein. Es ist sinnlos.
 
Von Aufgeben keine Spur. Ich denke nach.

2015/12/10

Der Hund macht nur das, was er soll

Seit Herr Becker Rentner ist, hält ihn ein kleiner Rauhaardackel auf Trab. Mehrmals täglich will Hannibal, so heißt der kleine Kerl, ausgeführt werden. Dann tobt er sich nach Herzenslust aus.
Auf ihrer täglichen Runde kommen die Beiden regelmäßig an einer Kleingartenanlage vorbei, wo Hannibal schon die ein oder andere Hundebekanntschaft gemacht hat. Den größten Spaß bereitet ihm jedoch das große freie Gelände hinter den Gärten. Hier jagt er wie besessen los und apportiert Stöckchen ohne Zahl, die sein Herr ihm auswirft. Ein Pfiff genügt, und Hannibal wetzt auf Herrn Becker zu. Freudig erregt springt er an seinen Beinen hoch. *Ist das toll, ohne Leine zu laufen, so schnell und wohin ich will!* scheint das Tier zu denken. Hannibal und sein Herr sind eben ein eingespieltes Team. Sie können sich einer auf den anderen verlassen. Der Dackel folgt aufs Wort. Er ist der ganze Stolz seines Herrn.
Frohgelaunt erreichen Herr und Hund auch heute wieder die Schrebergärten, in denen einige Leute ihre Beete bearbeiten. So auch Herr Schmitz, der Nachbar von Herrn Becker. Als Herr Becker und Hannibal näher kommen, werden sie sogleich von Herrn Schmitz gesehen und aufs freundlichste begrüßt.

2015/12/09

Der Herr der Straßen

Mac war mittelgroß, senffarben und mager. Wenn man überhaupt etwas an ihm schön nennen konnte, waren es seine großen, braunen Augen. Er hatte gleich bei unserer ersten Begegnung, in einer Straße, die durch die Bananenplantagen führte, von mir Besitz ergriffen, und dagegen war nichts zu machen. So einfach ging das. Ich hatte keine Erfahrung mit Hunden und war mächtig stolz auf die Tatsache, dass so ein richtig wilder Straßenköter mich akzeptierte und nicht mehr von meiner Seite wich.
Es gibt Dutzende von diesen herrenlosen Hunden auf La Gomera, und sie ernähren sich von Abfällen und der Mildtätigkeit einiger weniger Touristen, die es auf diese felsige Kanareninsel vor der Küste Marokkos verschlägt. Von den Einheimischen werden sie geprügelt, gesteinigt und mit Schrotflinten abgeknallt. Eine richtige Erklärung für so viel Hass konnte man mir nicht geben, man sagte einfach, die Mistviecher würden Krankheiten übertragen.
Wenn Zuneigung eine Krankheit ist, dann hätte Mac mich tatsächlich infiziert. Eigentlich hieß er gar nicht Mac, sein richtiger Name war Seine Ehrenwerte Merkwürden James First Earl of McGregor, aber das ging natürlich nicht, war zu lang. Ich hatte ihn so getauft, weil er sich irgendwie englisch-schottisch vornehm gab. Sein Auftreten war bestimmt und selbstbewusst, aber dabei von vornehmer Zurückhaltung. Nie war er aufdringlich, er bettelte nicht und nervte mich nicht mit krankhaften Macken, wie unsere überzüchteten Hunde sie gerne haben. Wenn ich morgens aus Dona Marias Pension kam, musste ich keine drei Schritte gehen, um nicht mehr allein zu sein. Mac stand vor mir, sprang an mir hoch, wedelte mit seinem dünnen Schwanz und biss mir zart in die Hand. Ich habe nie herausgefunden, wo er seine Nächte verbrachte, aber es muss in meiner Nähe gewesen sein. Ihn mitzunehmen in die Pension war ausgeschlossen, ich habe bei Dona Maria mal vorsichtig angefragt, und sie hat ihre dicken Arme in ihre dicken Hüften gestemmt und mich für verrückt erklärt.
"Ihr Deutschen seid alle verrückt mit den Hunden, ihr nehmt sie wie Kinder."
"Schon gut, Dona Maria, vergessen wir's."

2012/02/02

Heute war ein guter Tag

Heute war ein guter Tag.
Ich spazierte 2 Stunden mit meinen beiden Vierbeinern durch den Schnee.
Meine alte Hündin, für die jeder Spaziergang im Regen eine Zumutung ist, war plötzlich wieder jung.
Sie rannte, tief mit der Schnauze im Schnee, voller Freude in alle Richtungen.
Die Leichtigkeit und Geschmeidigkeit ihrer Jugend war auf einmal wieder da.
Sie schleppte alles an, was man irgendwie fortwerfen und wieder holen kann, über Stöcker hin zu Tannenzapfen.
Sie schlug Haken wie ein junges Kaninchen und schmiss mich einmal sogar um bei dem Versuch, mir in vollem Lauf einen Hundekuss zu geben.
Als ein Reh in Sicht kam, verharrte sie in Vorstehpose, als wollte sie, ganz wie früher einmal, hinter dem Reh herstürmen. Im Gegensatz zu früher genügte ein leises 'Nein' von mir, und sie nahm den Fuß wieder herunter und holte sich ihr Leckerli ab.
Wer einmal gesehen hat, wie ein Hund mit allen 4 Beinen gleichzeitig in die Höhe springt, wie ein Ziegenbock, der kann sich vorstellen, wie ich gelacht habe, als sie auf diese Weise versuchte, eine Maus zu fangen.
Sie ist 12 Jahre alt, und sie hat bestimmt ihre besten Jahre hinter sich, aber dieser Tag wird mir lange in Erinnerung bleiben.
Nun liegt sie längst wieder auf ihrem Lieblingsplatz neben dem Kamin. Sie schläft und schnarcht dabei leise. Ihre Pfoten rennen immer noch. Was sie wohl träumt?
Dem kleinen Hund schmilzen derweil die Eiszapfen aus seinem Terrierbart; nun, er ist in dieser Geschichte wohl zu kurz gekommen, aber seine Zeit kommt auch noch.
Heute war ein guter Tag, das wollte ich euch erzählen.

(Susanne Riemann)
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Vielen Dank an die Autorin, dass ich ihren Text auf meinem Blog veröffentlichen darf.

Gerechte Strafe

Einmal gab es einen unschuldigen, mit Freude erfüllten Hund, der am Straßenrand ein Schläfchen hielt. Ein Priester kam vorbei, hob ohne jeden Grund seinen Gehstock und schlug dem Hund auf den Kopf.Das arme Tier, blutend und schmerzerfüllt, schleppte sich zur Gerechtigkeitshalle, um sich vor dem König zu beschweren. Als König Rama in den Saal trat, sagte der Hund: "Mein Herr, als ich mich heute am Straßenrand ausruhte, schlug mir ein Priester ohne Grund auf den Kopf. Man sagt, in deinem Reich würde die Gerechtigkeit herrschen. Wenn dem so ist, bestrafe bitte den Priester für das, was er mir zugefügt hat."
Mit großem Mitgefühl und großer Achtung für das, was der Hund erzählte, schickte Rama seine Boten, um den Priester herzuholen. Der Priester trat in den Saal und gestand sein Verbrechen. Rama fragte den Hund, welche Strafe seiner Meinung nach gerecht sei, und der Hund antwortete: "Mache ihn zum Hohepriester eines riesigen Klosters. Das ist die gerechte Strafe."
Alle wunderten sich über den Vorschlag des Hundes, und Rama bat ihn, das zu erklären. Der Hund sagte: "Herr, in meinem vergangenen Leben war ich Hohepriester in einem großen Kloster. Diese Macht verdarb mich. Ich betrog ehrliche Leute und missbrauchte meine Befugnisse. Aus diesem Grund wurde ich in diesem Leben als Hund wiedergeboren. Wenn du diesen Mann zum Hohepriester machst, wird er sicher gleich handeln wie ich und als Hund wiedergeboren werden. Dann wird jemand anders auch ihn auf den Kopf schlagen. Ist das keine gerechte Strafe?"
Als sie die Worte des Hundes gehört hatten, lachten alle. Der Priester flehte um Vergebung. Der Hund und Rama vergaben ihm, und Rama heilte den Hund. Dieses Erlebnis öffnete ihnen das Herz, und sie traten beide in das Himmelreich ein.

(Autor unbekannt)

Eine Hundegeschichte

„Liebes Herrchen!

Du hast mich im August letzten Jahres aus dem Tierheimgeholt. Ich war dort abgegeben worden, weil mein damaliges Frauchen und ich auf offener Straße beinahe gesteinigt worden wären. Aber sehr lange musste ich nicht warten, dann hatte ich bei Dir und meinem neuen Frauchen ein neues zu Hause gefunden. Was war ich froh! Ein riesiger Garten, und viele lange Spaziergänge.
So etwas kannte ich ja gar nicht in meinem Alter von nicht einmal einem Jahr. Wir haben uns prima verstanden. Und wie herrlich war es, mit dem Nachbarshund Asko herumzutollen! Nur mit dem Wörtchen “komm“ hatte ich noch so meine Probleme. Und solange ich dies nicht richtig begriffen hatte, musste ich immer an die Leine wenn wir den Garten verließen.
Am Dienstag war Frühlingsanfang mit bestem Wetter. Bei Sonnenschein und Schnee fuhren wir ins Grüne, um einen schönen Spaziergang zu machen. Und da passierte es: Ich bin Dir aus dem Auto gesprungen, bevor Du mir eine Leine an mein Geschirr machen konntest. Das habe ich natürlich sofort ausgenutzt und bin glücklich weit über die Wiesen gerannt. Endlich einmal ohne Leine so richtig drauflos rennen - weit und breit kein Mensch oder Tier!

Freiheit - eine Wolfsgeschichte

Geschichten werden ausgedacht, sobald die Sonne untergeht. Geschichten, die manchmal eine andere Zeit, eine andere Wirklichkeit auferstehen lassen. Die Wände weichen zurück und geben den Blick auf die Vergangenheit frei - auf die Sterne einer längst vergangenen Nacht und unendliche Wälder, durch deren Finsternis noch lange keine Straßen führen würden.
Dort erwachten gelbe, glühende Augen zum Leben und durchdrangen gierig die Nacht. Ein hellgrauer Schatten löste sich aus der Dunkelheit, nur ein Schemen vor dem Schwarz der Wälder. Lautlos bewegte sich die Wölfin hinaus auf die Ebene und betrat als ungebetener Gast das Reich der wilden Pferde .
Von den Hügeln hinab drang der uralte Gesang ihrer Artgenossen zu ihr, das immer gleiche Lied an den Mond, das die Wölfe seit Jahrtausenden sangen. Doch dieses eine Mal antwortete sie nicht, der Hunger war stärker.
Irgendwo da draußen graste ihre Mahlzeit, ein Fohlen vielleicht in dieser Nacht, das sich ein Stück von der aufmerksamen Mutter entfernt haben würde. Warmes, lebendiges Futter für die hungrige Jägerin.

Mein Name ist Till

Mein Name ist Till und ich bin ein wunderschöner großer Deutsch-Langhaar. So alt bin ich auch noch nicht, ungefähr 3 Jahre erst. Ich habe schon 3 mal den Winter und 3 Mal den Sommer erlebt. Ich weiß noch, daß ich fürchterlich gefroren hatte im Winter, und dass es mir jetzt viel zu heiß ist. Ich bin auch ein wenig zu dick, aber mein Herrchen nimmt Rücksicht auf mich, denn er sagt, ich sollte mich nicht unbedingt viel bewegen.
Mein Herrchen ist ein kluger Mann, er weiß immer ganz genau, was gut für mich ist. Deshalb liebe ich ihn auch so abgöttisch, nur leider sehe ich ihn nicht so oft. Er ist ein vielbeschäftigter Mann, von morgens bis abends muss er arbeiten. Sonntags darf ich mit ihm durch den Ort gehen, dann macht er sich schick und wir gehen eine Stunde spazieren.
Ab und zu darf ich auch mit Frauchen in den Garten gehen, oh, das macht mir Spaß. Am liebsten buddel' ich im Sand. Als ich noch ganz klein war, bekam ich alle 3 Tage extra-tollen-weissen Buddelsand. Jetzt ist es nicht mehr so oft, aber auch im alten Sand lässt es sich buddeln. Ich bin manchmal aber auch ein wenig traurig. Die Nachbarin von uns hat auch Hunde, so kleine komische Wuselzwerge zwar, aber es sind doch immerhin Hunde. Die sehen immer so zufrieden und glücklich aus.

Hunde

Was gäb' ich drum, könnt' ich einen Blick in Deine Seele tun, geliebte Sus! Oder könnt' ich doch hineinsehen in Dein Herz, kleine Elf! Könntet ihr doch sprechen, wünsche ich mir manchmal. Aber wäre ich dann weiter?
Würdet ihr nicht mit der Fähigkeit der Sprache auch gleichzeitig die Fähigkeit zur Lüge erlernen? Würdet ihr nicht versuchen, euch in günstigem Licht darzustellen? Würdet ihr nicht, da ihr reden könntet, auch manches verschweigen?
Nein, ich denke, es ist besser so, wie es ist. Wenn ich euch auch nicht auf den Grund der Seele schauen kann, so ist doch das, was ihr mich wahrnehmen laßt, wahrhaftig. Ich hatte den Tag eurer Ankunft gut vorbereitet. In einer Kiste solltet ihr zur Welt kommen, geräumig, oben geschlossen, mit einer Decke gepolstert. Ich schaffte es sogar, eure mißtrauische Mutter zu überreden, probeweise zwei Nächte darin zu verbringen. Daß sie die Kiste gründlich beschnüffelte und die Decke darin mit Maul und Krallen hierhin zog, dann wieder dorthin, wertete ich als Zeichen der Anerkennung.
Ist nicht die Nacht wie geschaffen für Geburten? Die Statistik belegt, daß Geburten überwiegend in der Dunkelphase des Tages stattfinden. Auch meine Mutter hatte sich dieser Regel gefügt. Ihr aber wurdet am hellichten Tage geboren, am Vormittag, bei gleißendem Sonnenlicht! Ihren ursprünglichen Plan, euch in der Kiste in die Welt zu setzen, ließ eure freiheitsliebende Mama fallen. Naturverbunden, wie sie war, warf sie euch im hohen Gras. Zwei Brüder waren noch da. Einer davon erregte sofort das Mißfallen seiner Mutter derart, daß sie ihn bis zur Unkenntlichkeit zerfleischte, auf der Stelle.

Mr. B. sucht seinen Hund

Das darf man nicht laut sagen, ohne gescholten zu werden, aber er sagte es trotzdem:
"Je länger ich mit Menschen zu tun habe, desto lieber werden mir die Tiere!"
Mit einer zweiten Erfahrung war er nicht so ganz sicher. Er verkündete sie daher - und auch das nur mit dem Vorbehalt, daß sich in der Erinnerung manches verwische und Gefühle nicht meßbar seien - im engsten Freundeskreis:
"Niemals habe ich um einen Menschen so sehr getrauert wie um Tiere, die bei mir lebten."
Es stand aber fest, daß der Verlust jedes Hundes, der ihn begleitet hatte, ihm tiefen Schmerz zufügte, einen Schmerz, der sich immer wieder, noch Jahre danach, ohne Ankündigung in sein Herz krallte, und ihn nachts weinen ließ.
Sein letzter Hund, ein Dalmatiner, starb im 15. Lebensjahr. Er hätte ihn vielleicht schon 1 1/2 Jahre früher töten lassen müssen, denn neben allerlei Altersbeschwerden plagten "Fullstop", wie er wegen seines gepunkteten Fells hieß, Gelenkschmerzen. Mr. B. aber versuchte ausdauernd, seinem Hund zu helfen. Er rieb die Gelenke mit Salbe ein, verabreichte homöopathische und andere Medikamente, setzte Fullstop auf Spezialkost und trat sogar der Arthrosegesellschaft bei, um neue Entwicklungen der Behandlungsmethoden nicht zu versäumen. Ohne Zweifel litt Fullstop nicht so schwer an seiner Krankheit wie unbehandelte Hunde, vor allem jene, die erfahren mußten, daß man sich, da sie nun alt und krank waren, kaum noch um sie kümmerte, und die nur ein Randdasein fristeten.

Max

Tagelang war mein Onkel nicht ansprechbar. Und auch wir waren dem Weinen näher als dem Lachen, denn die ganze Familie hatte Tell geliebt.
Er selbst hatte Tell erschossen, erschießen müssen. Mein Onkel hätte jemand damit beauftragen können, aber das hielt er für feige. Wenn sein Hund schon sterben mußte, wünschte er nicht, daß jemand anders Hand an ihn legte. Sein erster Plan war, Tell laufen zu lassen und ihn dann mit der Kugelbüchse waidgerecht zu erlegen. Doch ihm fiel ein, daß seine Tränen wahrscheinlich die Sicht behindern würden und ein schlecht sitzender Schuß den Hund unnötig quälen könnte.
So nahm er Tell an die Leine und ging mit ihm im Eilschritt durch den Park, ohne ihn anzuschauen, band ihn kurz an die alte Lärche, zog seine 9-mm-Walther-Pistole und schoß zweimal schnell hintereinander in den Kopf des Hundes an jener Stelle, die er so gern gekrault hatte. Danach konnte er seine Tränen nicht mehr zurückhalten und schluchzte laut, während er über das Fell des sterbenden Hundes strich.
Mein Onkel Arno hatte das Todesurteil, das er soeben vollstreckte, selbst gefällt. Tell, ein Schäferhund von bemerkenswert schöner Figur, hatte acht Jahre lang Manieren gezeigt, die seiner Rasse würdig waren. Er gehorchte auf's Wort und mißbrauchte seine Freiheit nie. Doch an einem wundervollen Sonntagmorgen im Sommer brach er in die Schafherde ein und riß ein Schaf.

Hund mit Mann

Eine Hundegeschichte

Eine junge Frau geht mit ihrem Hund in den Park.
Er fängt an, im Gebüsch zu stöbern.
Die junge Frau geht weiter.
Sekunden später: Bremsen quietschen,
ein Sandsack wird auf die Straße geschleudert,
prallt kurz ab und bleibt am Gehweg liegen.
Der Fahrer konnte nicht mehr bremsen. Der Hund ist tot.
Er hat selbst einen Hund, der langsam an Krebs zugrunde geht.
Die Polizei kommt.
"War der Hund an der Leine ?" Ein dämliches Grinsen:
"Na, hoffentlich war der Hund versichert, das wird teuer für Sie."
Das Telefon klingelt.
Ich freue mich, meine Freundin ruft an, ich habe Geburtstag.
Beim ersten Wort weiß ich: etwas Schlimmes ist passiert.
Ich fahre den Rechner herunter und bin auf dem Weg zum Bahnhof.
Auf dem Hundespielplatz. Der Hund tollt herum.
Mitten im Spiel kann er nicht mehr ausweichen und rennt in sein Frauchen.
Die Frau liegt mit verletztem Knie am Boden.
Der brave Hund hält Wache.
Ein Streifenwagen kommt heran, zwei Polizisten, die Pistole im Anschlag.
Nur durch die hartnäckige Weigerung anderer Hundebesitzer,
aus der Schußlinie zugehen, bleibt der Hund am Leben.
Meine Freundin nimmt den Hund ihrer Mutter zu sich.
Wir sehen uns nur am Wochenende, da wir nicht im gleichen Ort wohnen.
Eine Woche habe ich ihn für mich alleine in meiner kleinen Wohnung.
Meine Freundin ist auf Studienfahrt.
Ich hatte etwas Angst, ob ich mit dem Hund zurechtkommen würde.
Tagsüber sitzt er im Büro unter meinem Schreibtisch.
In den Pausen gehen wir am Fluß entlang.
Er zieht immer zum Wasser und will schwimmen,
aber noch traue ich mich nicht, ihn von der Leine zu nehmen.
Dann reagiert er sich beim Stöckchenzerbeißen ab.
Sonntag Morgen.
Ein schwanzwedelndes, goldbraunes Etwas rotiert neben dem Bett
und drückt mir ein Stofftier ins Gesicht.
Wir wollen noch nicht aufstehen und punkten durch entschiedenes Nichtbeachten unseres Gefährten.
Am Wochenende geht's erst etwas später raus.
Dafür machen wir lange Spaziergänge zu dritt und nehmen immer Spielzeug mit.
Mittlerweile fängt er den kleinen Ball im Flug.
Es ist ein herrlicher Anblick, wie sein Fell in der Wintersonne leuchtet.
Der Tierschutz hat den Hund über Nacht aufbewahrt.
Am nächsten Morgen holen wir ihn am Tierheim ab.
Ich trage ihn mit dem Tierpfleger ins Auto.
Der Hund riecht tot.
Wir fahren zur Mutter meiner Freundin.
Wir wußten, daß wir den Hund irgendwann zurückbringen müssen,
aber so hatten wir uns das nicht vorgestellt.
Es regnet, als ich das Grab aushebe.
Kein Hund der sich zwischen uns drängt, wenn wir uns küssen.
Seine Stofftiere liegen noch auf dem Fußboden herum.
Wir halten uns im Arm, immer wieder fangen wir an zu weinen.
Ständig nehmen wir Hundebücher zur Hand,
betäuben unsere Trauer mit dem Traum vom eigenen Hund.
Aber wir wissen, vorerst kann es nur ein Traum bleiben.
Für kurze Zeit hat er aus uns eine richtige Familie gemacht.
Nun sind wir wieder allein.

(Autor unbekannt)

Eine Geschichte aus Lappland

In Lappland wird eine alte Geschichte erzählt.
Früher kam der Hund, der damals noch ein wildes Tier war, zu den Lappen und bat sie, ihn in ihre Dienste zu nehmen. Denn es war für ihn zu schwer geworden, in der Wildnis seine Nahrung zu suchen und er mußte viel hungern.

Die Lappen aber waren froh, einen Helfer für ihre Arbeit zu finden. Sie hatten schon versucht, ein Wolfsjunges zum Rentiertreiben abzurichten, doch als es groß war, fiel es über die Renntiere her und tötete sie.
Der Hund aber versprach, die Herde gut zu bewachen und forderte für seinen Dienst nur reichlich Nahrung und gute Behandlung. Und noch eins: wenn er zu alt für die Arbeit sein würde und den Rentierherden nicht mehr folgen könnte, sollten ihn die Lappen töten.

Die Lappen halten noch heute dieses Versprechen und lassen ihre Hunde nicht leiden. Keiner tötet jedoch seinen eigenen Hund, sondern jeder bittet seinen Freund, dies für ihn zu tun.
Beim jüngsten Gericht erscheint der Hund vor Gott; und ob er ein gutes oder ein schlechtes Zeugnis ablegt, ist entscheidend für die Beurteilung seines Herrn ...

(Autor unbekannt)

2010/12/22

Die traurige Geschichte von Lea

(Die nachfolgende Geschichte kommt aus Amerika. Sie handelt von einem Welpen in einem Petshop, einer Tierhandlung. Sie darf - ja sie soll - weiterverbreitet werden, da auch bei uns immer noch viel zu viele Tiere von gewissenlosen Händlern auf Märkten zum Verkauf angeboten werden und sich leider auch immer wieder Käufer dafür finden. Oft sind diese Tiere krank. Auch wenn es nicht immer gleich so schlimm ausgeht, wie in Lea´s Geschichte, so sind doch Kummer und Leid bei Tier und Halter groß.)

*****

Ich weiß nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber sie war oft krank und sehr dünn. Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern. Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben.

Als sie mich meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig. Meine Milchzähne waren kaum durchgestoßen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht. Arme Mama, es ging ihr so schlecht. Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten und dass das Geschrei meiner Schwester und mir ihnen auf die Nerven ginge.

So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht. Wir kuschelten uns aneinander und fühlten, wie wir beide zitterten - ohnmächtig vor Angst. Niemand kam, um uns zu trösten. All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche - wir sind in einem "Petshop", einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt. Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen. Wir hören auch das Wimmern von anderen Welpen. Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig. Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten. Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh. Oft hören wir sagen "Oh, sind die süß, ich will eines", aber dann gehen die Leute wieder fort.

2010/12/16

Yudhistira und der Hund

Der große Held Yudhistira war mit sich ins reine gekommen, dass ihn auf dieser Welt nichts mehr zurückhalten könne. Er hatte alle Freuden, alle Macht, alle Ehren, die einem Menschen zuteil werden können, erlebt. Aber er war auch durch alle irdischen Höhen gegangen, hatte Armut, Knechtschaft, Verbannung und Demütigung am eigenen Leibe erfahren. Am Ende seiner Lebensaufgabe angelangt, machte er sich auf seinen letzten Weg und wanderte in Richtung Himalaja, in der Hoffnung, vom höchsten Berg der Welt aus den Weg in den Himmel zu finden. Es folgte ihm seine Familie ein Stück weit, aber bald schon blieb einer nach dem anderen zurück. Der eine verdurstete in der Sonnenglut der Ebene, den zweiten raffte ein Fieber im tropischen Dschun­gel dahin, andere wieder wurden von Müdigkeit und Kälte übermannt, als sie begannen, in die eisigen Höhen aufzusteigen. So wurde die Gruppe immer kleiner, bis Yudhistira schließlich ganz alleine war, gefolgt nur von einem kleinen, treuen Hund, der ihm in einem der letzten Dörfer nachgelaufen war. Als sie den Gipfel erreichten, da öffnete sich der Himmel und INDRA, der König aller Götter, trat heraus und hieß Yudhistira willkommen. Als er das feurige Himmelsgefährt besteigen wollte, um in den Himmel einzufahren, da sprang auch der kleine Hund auf den Wagen. Indra, der Himmelskönig, wehrte entrüstet ab und hieß Yudhistira, dieses verlauste Tier wegzujagen. Dieser hielt erschrocken inne und sprach: “O großer Herr, dieser Hund ist die einzige Seele, die in Treue zu mir gehalten hat und mir bis hierher gefolgt ist. Wie sollte ich ihn hier zu­rücklassen?“ Und es entspann sich ein großer Disput zwischen Yudhistira und dem Herrn des Himmels Aber Indra ließ sich nicht erweichen und Yudhistira hatte nur die Möglichkeit, den Himmel ohne den Hund zu betreten oder auf den Himmel ganz zu verzichten. Da wandte sich Yudhistira zum Gehen und sprach: “Gern verzicht‘ ich, o Herr, auf einen Himmel, der nicht groß genug ist, als dass auch eine Hundeseele in ihm Platz fände.“ In diesem Moment geschah es, dass sich der kleine Hund in ein gleißendes Licht en verwandelte und YAMA, der Gott des Todes und der Barmherzigkeit, vor Yudhistira stand. Mit schwindenden Sinnen hörte er eine Stimme, die sagte: “Yudhistira, o Yudhistira, du Barmherziger, das war deine letzte Prüfung!“ Und mit überschäumendem Jubel öffneten sich die Tore des Himmels und alles war Glanz und Herrlichkeit.

(Autor unbekannt)

2010/12/15

Ein seltsamer Tag

Meine Familie dreht durch, wirklich! Ich liege harmlos auf dem Teppich im Wohnzimmer, alle Viere von mir gestreckt. Sonst bückt sich mal einer und streichelt mich. Heute stolpern sie über mich. Sie reißen die Tür auf, rennen wie wild und rufen: „Weg da, aus dem Weg, Flocki!“
Flocki, das bin ich, leider. Ob einer von ihnen krank ist? Ich mach mir Sorgen um sie. Da poltert schon wieder jemand über den Flur und stößt die Wohnzimmertür auf. Ach, der Große ist es. Papa nennen sie ihn. Papa, Mensch, fall nicht über mich! Schon passiert. Knurre ich ihn an? Nee, lieber nicht, sonst knurrt er zurück.
Was schleppt er ins Wohnzimmer, der Papa? Einen Baum! Was will er damit? Soll der zum Verheizen sein? Nee, glaube ich nicht. Meine Familie heizt mit Öl. Da fällt es mir ein: Er hat den Baum für mich besorgt, damit ich bei der Kälte nicht mehr raus muss, um mein Bein am nächsten Straßenbaum zu heben. Ist der lieb, der Große, so ein schöner Baum! Und ganz für mich? Vor lauter Dankbarkeit springe ich auf und renne zum Baum, den will ich unbedingt mal ausprobieren. Ich hebe gerade mein Bein, da keift der Papa los: „Lass das. Der ist nicht für dich!“ Ach so, jetzt bin ich beleidigt, Schwanz eingekniffen und unter das Sofa. Ich möchte nur wissen, was er mit dem grünen Ding im Wohnzimmer anfangen will.

Nikos Weihnachtsmann

Stets hatte Floh, die braune Mischlingshündin, ihrem Herrn, dem Bauern Mehwald, treu gedient. Sie bellte mutig, wenn Fremde auf den Hof kamen, und achtete auf die Kinder des Bauern, wenn sie in der Nähe des kleinen Baches spielten. Einmal war es ihr sogar gelungen, mit lautem Gebell einen Fuchs zu verjagen, bevor er in den Hühnerstall einrechen konnte.
Sie führte nicht gerade ein luxuriöses Leben, seit sie vor sechs Jahren als Welpe auf den Hof kam, aber sie konnte zufrieden sein. Im Stall fand sich immer ein warmes Plätzchen zum Schlafen im Stroh, zu Fressen gab es auch genug und ab und zu steckte die Bäuerin einen Leckerbissen zu. Besonders liebte Floh die Kinder, die mit ihr tobten und spielten.
Wenn die Zeit kam, dass Floh läufig wurde, sperrte sie die Bäuerin in den Auslauf zu den Hühnern. Doch diesmal hatte die Bäuerin nicht aufgepasst und Rex, der Hund vom Bauern Lars hatte die Gelegenheit genutzt, und nun bekam Floh Babys. Die Wochen waren vergangen und irgendwann ließ sich das Missgeschick nicht mehr verheimlichen. Anfang November warf Floh fünf Welpen. Die Bäuerin hatte ihr eine Kiste in der warmen Küche zu Recht gemacht und ihr bei der Geburt beigestanden.
Am Nachmittag kam der Bauer mit einem Korb, nahm die fünf Welpen, legte sie hinein und verließ die Küche. Floh war außer sich. Warum nahm man ihr die Welpen weg ? Was sollte mit ihnen geschehen ? Sie schrie und winselte, bellte und sprang an der Bäuerin hoch. Doch diese sah sie nur traurig an, streichelte sie und gab ihr ein paar Leckerbissen. Floh wollte sich aber nicht beruhigen, sie rannte zur Tür und kratzte jaulend daran. Bis die Bäuerin sie dann nach einer Stunde hinaus ließ. Floh lief umher und suchte, schaute in jede Ecke und schnupperte überall herum. Sie war so verzweifelt, doch sie konnte ihre Welpen nicht finden. Irgendwann trieb sie ihr Instinkt zum Misthaufen. Und da lagen die Welpen. TOT! Der Bauer hatte sie alle getötet und dann dorthin geworfen. Floh sah ihre Welpen und leckte über die kleinen Körper.

Rettung an Silvester

Gestern Abend ging ich noch mal raus, kurz nach Mitternacht, um nachzusehen, ob auch alle Heizlampen in den Ziegen-, Hühner- und Putenhäusern arbeiten. Die Temperatur drohte auf Null oder sogar noch darunter abzufallen. Alle Hunde waren längst schlafen gegangen und die Nacht war still. Beim Betreten der Veranda begrüßte mich die Sicht auf einen kristallklaren Himmel mit Scharen von Sternen. Meine Taschenlampe anknipsend machte ich mich auf den Weg zum Schuppen (wir weigern uns, uns eine dieser verdammten "Rund-um-die-Uhr" Monsterdinger anzuschaffen, die die Sterne vom Scheinen abhalten). Am frühen Abend hatte ich ein bisschen Stroh gebracht, um den Tieren auf der Farm ein frisches Bett zu machen; dabei war mir draußen vor dem Gatter ein Bündel heruntergefallen, dass ich nicht mehr aufgehoben hatte.
Während ich den Weg herunter lief, sah ich im Schnee ein paar blutige Pfotenabdrücke, die aus dem Wald herauskamen und in dem Strohbündel am Gatter endeten. Zusammengerollt auf den Strohhaufen lag ein Hund. Mittelgroß. Schwer auszumachen in der Dunkelheit, welche Art Hund; könnte alles Mögliche gewesen sein. Aber ganz sicher ein Hund dunkler Farbe. Ich legte meine Hand auf den Rücken und fühlte kalte Rippen. Ich zog meine Handschuhe aus und tastete hinter den Vorderlauf. Ein Herzschlag. Dann hörte ich einen schwachen Schlag. Das Ende der Rute ging auf und ab, hinterließ kleine Abdrücke im Schnee, aber der Kopf bewegte sich nicht. Ich blickte in die tiefbraunen Augen, die zu sagen schienen "Bitte jage mich nicht weg, ich kann keinen Schritt mehr laufen". Die Läufe waren gebrochen und bluteten. Ich sah, kontrollierte, ob die Heizlampen funktionierten und nahm den durchgefrorenen Hund vorsichtig an mich. Kein Widerstand, nur das Klopfen der Rute. Nicht viel Gewicht für die Größe des Bündels.
Ich machte mich auf den Weg zur Vordertür. Drinnen angekommen legte ich den Hund in der Tür ab. Keine Bewegung. Während ich kontrollierte, ob alles noch schlief, machte ich mich auf die Suche nach einer Decke. Ich war mir ziemlich sicher, dass wir die letzte Hundedecke bei unserer Rettungsaktion von neulich verwendet hatten. Im Schrank nichts, im Trockner nichts, auf der Couch nichts. Ich ging ins Schlafzimmer und zog vorsichtig die vom Bett herunter. Auch wenn sie schon alt war und an den Rändern auszufransen begann, es war die letzte Verfügbare. Ich faltete sie und legte sie auf die Heizklappe, ganz nah beim Ofen. Dann nahm ich den Hund und legte ihn oben drauf.
Nach Mitternacht an Silvester, in einer sehr ländlichen Gegend von Südwest-Missouri - keine Chance, heute Abend noch einen Tierarzt aufzutreiben. Wir würden es morgen versuchen müssen. Ich ging in die Küche, nahm eine Dose Hühnerbrühe aus der Gefriertruhe und warf sie in die Mikrowelle. Ich ging zurück ins Wohnzimmer und setzte die Schale nah an die Decke, in Reichweite der kalten Schnauze. Noch ein paar Schwanzklopfer waren die einzige Bewegung. Ich langte hinunter und legte meine Hand unter das Kinn, vorsichtig den Kopf anhebend. Jetzt hier drin, konnte ich sehen, dass der Hund schwarz war, zumindest an den Stellen, die noch nicht grau geworden waren. Fast das ganze Gesicht zeigte die weißen Anzeichen vergangener Zeit und die Pupillen, umrandet von diesen dunkelbraunen Augen, waren blau. Die Ohren gehörten einem Labrador und auch der Schwanz, der jedes Mal klopfte, wenn ich nähern kam. Der Körper war dünn und knochig. Keine Vorderzähne mehr. Die Reißzähne waren abgewetzt oder bis auf kleine Stummel abgebrochen und ganz hinten konnte ich drei Zähne sehen. Ich wollte nicht nachsehen, ob der alte Hund ein Rüde oder eine Hündin war. War ja eigentlich ohnehin egal. Ich sagte dem alten Hund, dass ich ins Bett gehen würde und tätschelte seinen Kopf, was er wieder mit einem Schwanzklopfen erwiderte.
Auf dem Weg ins Schlafzimmer fragte ich mich, wie um alles in der Welt der Hund zu unserer Farm gekommen war. Er kam durch die Wälder, die groß und unbewohnt waren. Ich fragte mich auch warum ausgerechnet hier. Die Antwort war einfach. Die Hand Gottes hatte den alten Hund zum richtigen Ort gebracht. Es ist jetzt morgens, und ich bin seit ein paar Stunden auf. Die Schale mit der Brühe war leer und die Decke war so, wie ich sie verlassen hatte. Keine blutigen Pfotenabdrücke auf dem Teppich, nur auf der alten Decke. Kurz nachdem ich zu Bett gegangen war, hatte der alte Hund die Hühnerbrühe aufgeschlabbert und die Schale sauber geleckt. Die Decke war leicht aufgeworfen und der alte Hund hatte sich zu einem fest Ball zusammengerollt, die Nase unter den Schwanz gesteckt. Als ich mich bückte, um guten Morgen zu sagen, antwortete kein Schwanzklopfen mehr. Ich wusste, dass der alte Hund in der Nacht über die Regenbogenbrücke gegangen war. Kniend vor dem alten Hund, dankte ich Gott für die alte Decke, die übrig geblieben war und für die Hände, die den Hund zur Regenbogen-Farm geleitet hatten. In dem Moment fiel mir das Gedicht ein, das Walt für uns geschrieben hatte:
"Hör die Freundlichkeit, sanfte Worte,
verloren oft hinter Tränen
Leg deine Hand auf meine Schulter,
lass sie meine Ängste nehmen."
(Walt Zientek)

(Becky Loyd, übersetzt von Gabi Woiwode;
Anmerkung der Autorin:
"Möge das neue Jahr euch näher zur Hand Gottes bringen, und zu so vielen alten Decken, wie Ihr braucht.
Zur beliebigen Weitergabe freigegeben - vielleicht erreicht es ein paar, die das, was sie haben, nicht zu schätzen wissen.")


Das englische Original hier