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Dieser Blog soll nicht nur eine Sammlung sein für alle, die wie ich Gedichte, Texte und einfach alles zum Thema Hund mögen, sondern auch eine Anerkennung für alle Autoren und Künstler, die uns mit ihren Werken große Freude bereiten, manchmal Trost spenden oder uns die Augen öffnen möchten für Missstände.

This blog is not only a collection for all of you who, like me, love poems, texts and simply everything about dogs, it is also intended to give recognition to all authors and artists who with their work give us great pleasure, sometimes solace and who also want to open our eyes to the abuse and neglect of animals.

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Ausgenommen meine eigenen Arbeiten, unterliegen alle in dieser Sammlung veröffentlichten Gedichte, Zitate, Geschichten etc. dem Urheberrecht des jeweiligen Verfassers. Leider ist mir dieser in den wenigsten Fällen bekannt. Ich möchte mich bei allen Autoren entschuldigen, die ich nicht namentlich erwähnt habe. Ich arbeite daran, die Autoren zu finden. Wer hier einen eigenen Text findet, dem wäre ich für eine Nachricht dankbar. Ich werde dann einen entsprechenden Hinweis (und/oder Link) ergänzen oder den Text umgehend entfernen.
Das Urheberrecht für meine eigenen Texte, Fotos und selbst erstellten Grafiken liegt allein bei mir. Kopieren oder jegliche Art von Weitergabe oder Veröffentlichung ist untersagt.

Copyright for all published poems, stories, quotes belongs to the respective author. Usually I don’t know the authors of the material and I would like to apologize to any authors who I don’t mention. I’m working to find the writers. If you do find your own work here, I would be grateful for an appropriate message. Then I’ll add a note (and/or a link) or will remove the text immediately. I look forward to hearing from you.
Copyright for my own writings, photos and graphics: Isa of Mayflower. Copying, spreading or any type of publication is prohibited.

2012/01/04

Darf ich mal fragen?

Ich gehör', glaub ich, zu diesen Rassen
die jetzt fast alle so hassen
Getan hab` ich nichts
ohne Rolle dies ist
Deutschland ist mein Heimatland
ist das denn keinem bekannt?
Denn ich bin hier geboren
das hab' ich mir nicht auserkoren
Ich wurde einfach im Stich gelassen
und kann es noch gar nicht fassen
Ein Schild um den Hals
wo drauf steht wie ich heiß`
damit der, der mich findet
dieses auch weiß
Einfach gegangen und angebunden
mein Herz ist nun voller Wunden
Andere wurden von Ihrer Familie genommen
wenn ich dran denk', wird mir beklommen
Lernt uns doch einmal richtig kennen
vielleicht würd' Ihr uns dann nicht mehr so bös' benennen
Ich glaub', ich träum`
kommen da Menschen, um uns zu retten?
Am liebsten würd' ich wetten
und wenn Sie es dann nicht schaffen und ich verlier'
dann ich Euch Politiker "gratulier`"
Mein Mitgefühl mit den nächsten Rassen
die geopfert werden von Euren Hassen
Werd` später im Himmel all die anderen von uns treffen
hoffen, wir werden können dies vergessen
Denn unvorstellbar, was Du uns tust
Du bist und bleibst für uns das höchste Gut
Von einem Menschen geliebt zu werden
ist für uns doch das Höchste auf Erden
Darf ich mal fragen:
muss ich jetzt STERBEN?

(Autor unbekannt)

An dich, mein Mensch

Ich bin's, Dein Hund.
Ich bin´s, den ihr alle so süss gefunden habt!
Ich bin´s, der kleine Fellknäuel, den ihr damals,
klein und putzig, ins Herz geschlossen habt!
Ich bin´s der niemanden etwas zu Leide tun würde!
Ich bin's, Dein Hund.
Ich bin´s Dein Hund, der Dich für immer begleitet hätte,
und der Dir, Mensch, die Treue geschworen hat!
Ich bin´s doch, Dein bester Freund.
Ich bin's, Dein Hund.
Ich bin jetzt groß und kräftig, habe einen seltsame Nase,
schneeweißes Fell und kleine traurige Augen.
Ich bin´s, der beschimpft und gejagt wird!
Ich bin´s, der für die Fehler der Menschen verantwortlich gemacht wird!
Ich bin´s doch, dein Hund.
Ich wollte ja mit den anderen Hunden spielen,
aber DU, MENSCH, hast es mir verboten.
Ich wäre so gerne spazieren gegangen,
aber DU, MENSCH, hattest nie die Zeit dazu.
Ich mochte die Kinder so gern,
aber DU, MENSCH, hast ihnen verboten, mit mir zu spielen.
Ich wollte mir die Welt ansehen,
aber DU, MENSCH, dachtest, es sei nicht nötig.
Ich bin´s, Mensch, der jetzt im Tierheim sitzt und auf sein Schicksal wartet.
Ich bin´s, Mensch, der nicht mit anderen Hunden klarkommt.
Ich bin´s, Mensch, der Angst vor Kindern hat.
Ich bin´s, Mensch, der sich in fremden Umgebungen fürchtet.

MENSCH, was hast DU mir angetan?

(Autor unbekannt)

Schau ich in die tiefste Ferne

Schau ich in die tiefste Ferne
meiner Kinderzeit hinab,
steigt mit Vater und mit Mutter
auch ein Hund aus seinem Grab.
Fröhlich kommt er hergesprungen,
frischen Muts den Staub der Gruft,
wie so oft den Sand der Straße,
v on sich schüttelnd in der Luft.
Mit den treuen braunen Augen
blickt er wieder auf zu mir,
und er scheint, wie einst, zu mahnen:
geh doch nur, ich folge dir!
Denn in uns'rem Hause fehlte
es an Dienern ganz und gar
doch die Mutter ließ mich laufen,
wenn er mir zur Seite war.
Besser gab auch keine Amme
je auf ihren Schützling acht,
und er hatte schärfre Waffen
und gebrauchte sie mit Macht.
Seine eignen Kameraden
hielt er mit den Zähnen fern,
Und des Nachbars Katze ehrte
ihn von selbst als ihren Herrn.
Doch, wenn ich dem alten Brunnen
spielend nahte hinterm Haus,
bellte er mit heller Stimme
meine Mutter gleich heraus.
Er erhielt von jedem Bissen
seinen Teil, den ich bekam,
und er war mir so ergeben,
daß er selbst die Kirschen nahm.
Wie die beiden Dioskuren
brachten wir die Tage hin,
einer durch den andern glücklich,
jede Stunde ein Gewinn.

Macht' ich nicht auch halb vom Tode
meinen treuen Pollux frei,
Ließ ich's nur, weil ich nicht ahnte,
daß ich selbst der Kastor sei.
Aber allzu bald nur trübte
uns der heitre Himmel sich,
Denn er hatte einen Fehler,
diesen, daß er wuchs, wie ich.
Und an ihm erschien als Sünde,
was an mir als Tugend galt,
da man mich ums Wachsen lobte,
aber ihn ums Wachsen schalt.
Immer größer ward der Hunger,
immer kleiner ward das Brot,
und der eine konnte essen,
was die Mutter beiden bot.
Als ich eines Morgens fragte,
sagte man, er wäre fort.
Und entlaufen, wie mein Hase,
doch das war ein falsches Wort.
Noch denselben Abend kehrte
er zu seinem Freund zurück,
Den zerbiß'nen Strick am Halse,
doch das war ein kurzes Glück.
Denn, obgleich er mit ins Bette
durfte, ach, ich bat so sehr,
war er morgens doch verschwunden,
und ich sah ihn niemals mehr.
Ward er an die Eisenkette
jetzt gelegt von seinem Herrn,
oder fiel sein Los noch härter,
weiß ich nicht, doch blieb er fern!
Schau ich in die tiefste Ferne
meiner Kinderzeit hinab,
steigt mit Vater und mit Mutter
auch ein Hund aus seinem Grab.

(Autor unbekannt)

Brief aus dem Tierparadies

Mein Herrchen,

ich bin es, Bonnie, dein Hündchen, der Dir diesen Brief schreibt.
Ich bin im Paradies der Tiere. Als wir in den Urlaub fuhren,
hieltest Du an und sagtest: "Steig aus Bonnie, steig aus."
Ich sprang aus dem Wagen und Du machtest die Tür zu und fuhrst fort.
Erst dachte ich, Du wolltest mir nur Angst machen,
aber als ich Dein Auto in der Ferne verschwinden sah, da wurde mir klar:
Du hast mich ausgesetzt. Es überkam mich eine große Angst und Traurigkeit.
Ich lief Dir nach, aber ich konnte Dich nicht mehr einholen.
Ich lief und lief - ohne zu wissen wohin
und dabei wurde ich von einem Auto angefahren
und in einen Graben geschleudert - ich konnte mich nicht mehr bewegen.
Da lag ich nun zusammengerollt vor Schmerzen,
und in meiner Not habe ich Dich um Hilfe gerufen,
aber Du warst schon weit weg. Deinem Urlaubsziel entgegen.
Nach langen Stunden des Leidens kam der Tod und brachte mich in sein Reich.
Nun bin ich hier im Tierparadies. Mein Herz ist so traurig.
Sag mir, warum hast du das getan? Hast Du mich so wenig lieb gehabt?
Wir sind sehr viele, die von ihren Familien ausgesetzt wurden,
alle haben ein gebrochenes Herz. Gott, der Dich und mich erschaffen hat,
möge Dir verzeihen.

Dein Bonnie, der Dich so lieb hatte

(Eva-Maria Fischer-Popaj, Bad Homburg)

Gedenken an einen Freund

Bis vor kurzem hatte ich
einen Hund, den liebte ich.
Hast nichts Böses je verbrochen, warst dem Menschen zugetan,
heute hast du sterben müssen, gehörst der falschen Rasse an.

Warst Begleiter mir und Freund auf den Streifen in der Nacht,
alle Ausbildungen und Prüfung mit Bravour hast du gemacht.
Doch des Menschen blinder Haß
hat vor dir nicht Halt gemacht.

Wie oft hast im Einsatz du, eines Menschen Leb' gerettet,
bist mit Eifer und mit Mut in den tiefsten Schacht geklettert,
das verschollne Kind gewittert
und nach Haus zurück gebracht.

Hund, ich trauere um dich und um alle deiner Rassen,
hast deine Treue jetzt bezahlt,
weil du stets und sehr gelassen,
allen Menschen hast vertraut.

Deine Taten zählten nicht,
qualvoll war dein Tod durch Gift,
von des Hundehassers Hand,
Opfer einer Hexenjagd in diesem so verirrten Land.

Ich erinnere mich zurück,
denk an Stunden voller Glück,
seh dich laufen, seh dich toben mit deinen Freunden groß und klein,
jetzt siehst du mich von dort oben,
ja, sieh her mein Hund, ich wein'.

Sicher hast du dort gefunden,
deinen Frieden und dein Glück,
doch ich bleib allein hier unten,
bleibe ohne dich zurück.
Denk an unsere schönen Zeiten
gern erinnere ich mich zurück.

(Autor unbekannt)

Man hat mir meinen Hund genommen

Man hat mir meinen Hund genommen!
In der Nacht sind sie gekommen -
sagten, dass er bissig sei
und sie von der Polizei.

Er tat niemand was zuleide,
schlief sogar in meinem Bett,
war der Letzte meiner Freunde
und zu Allen ganz ganz nett.

Im Sommer hat es angefangen.
Die anderen Kinder sind gegangen,
durften nicht mehr zu mir gehen,
mich zum Spielen nicht mehr sehen.

Frag ich die Großen dann: "Warum?"
Sind sie vor Traurigkeit ganz stumm.
Mein Hund hat die falsche Rasse,
ist jetzt in der Kampfhundklasse.

Ach mein Kummer ist so riesig
und der Schmerz, der ist so groß!
Und ich frag mich immer wieder: "
Was ist bloß in Deutschland los?"

Ihre Augen sind wie Seen
und sie sind von Tränen blind.
Ach, sie können's nicht verstehen -
nicht nur, weil sie Kinder sind!

Ihre Augen sind wie Seen
und sie sind von Tränen blind!
Und ich frag mich immer wieder:
"Wo führt DAS nur hin, mein Kind?"

(Autor unbekannt)

Wesenstest

Nun gib mir endlich einen Grund
dich einzuschläfern blöder Hund ...
Bin Wesenstester, muss es wissen.
Wie viel hast du schon gebissen ?

Als Kampfhund bist du einst geboren,
das sieht man deutlich an den Ohren.
Bist aggressiv, gemein und wild -
so stand es gestern in der "BILD".

Ich brech dir mit dem Stock die Knochen
das bringt dich sicherlich zum Kochen.
Hör auf zu wedeln, will's nicht seh'n
du musst mir an die Kehle geh'n.

Hör auf zu winseln, will's nicht hören
mich kannst du damit nicht betören.
Vielleicht, das kann gut möglich sein,
fällt dein Besitzer darauf rein.

Doch ich, ich weiss es einfach besser,
du bist und bleibst ein Menschenfresser.
Den treuen Blick, den kannst du lassen,
ich muss und will und werd' dich hassen.

Ich sorg', dass du und all die anderen,
ganz flugs in den Container wandern.
Du knurrst und beisst und wehrst dich nicht,
wie es als Kampfhund deine Pflicht ?

Nun wehr dich endlich blöder Hund
kann dich nicht töten ohne Grund.

(Autor unbekannt)

Hundeträume

Sag mir, wovon du träumst,
schlafender Hund.
Von einem Leben ohne Kette -
und einem weichen, warmen Bette.
In meiner Schüssel reichlich Futter -
und einer zärtlich guten Mutter.
Von der Sanftmut meines Herrn -
in der Dunkelheit ein Stern.
Von einer Katze ohne Krallen -
und daß nie mehr Schüsse fallen.
Zwischen Nachbarn keine Feindschaft -
unter allen Rassen Freundschaft.
Weder Folter, weder Schmerzen-
und nicht kalt verschloss`ne Herzen.
Ohne Maulkorb, Zwinger, Hiebe:
Von einer Welt aus lauter
Liebe!

(Autor unbekannt)

Früher hatte ich einen Freund

Früher hatte ich einen Freund,
es war mein Hund.
Wir hatten viel Spass,
die Welt war so bunt.

Ich weiß noch wie wir spielten und tobten
ein braver Hund, den viele lobten,
der treuste Freund, den es gibt
von jedermann wurd` er geliebt.

Kinder mochte er besonders gern,
sie kamen an von nah und fern.
Treu war er immer für mich da,
das Leben mit ihm war einfach wunderbar!

Heute habe ich einen Freund,
es ist mein Hund.
Doch ist die Welt für uns
schon lang nicht mehr bunt.

Ein Kampfhund ist er jetzt - wie jeder weiß,
die Menschen sehen die Hunde nur noch schwarz-weiß.
Hunde werden nun unterteilt,
in Hund oder Kampfhund, ganz übereilt.

Leider wurde ein neues Gesetz erlassen,
die Menschen fingen an, meinen Hund zu hassen.
Bisher war er bei jedermann beliebt,
nun es nur noch böse Blicke für ihn gibt.

Kinder wollen ihn streicheln voller Glück,
panische Eltern rufen sie entsetzt zurück.
Um Gottes willen, fass ihn nicht an,
das ist ein Kampfhund, der hat schon vielen was getan.

In der Zeitung stehts, und die müssen es ja wissen,
Hunde wie diese haben viele schon totgebissen.

Ich haben einen Freund, den liebe ich sehr
ich wünsche mir die alten Zeiten wieder her.
Ich möchte sehen, wie er über die Felder rennt,
gestreichelt wird von anderen, so wie er es kennt.

Geachtet wird als Lebewesen,
so wie es früher auch gewesen.
Geliebt wird wieder von jedermann,
denn er hat doch nichts getan.

(Evelin Utecht)

Miezel und Molly

Miezel, eine schlaue Katze,
Molly, ein begabter Hund,
wohnhaft an demselben Platze,
hassten sich aus Herzensgrund.

Schon der Ausdruck ihrer Mienen,
bei gesträubter Haarfrisur,
zeigt es deutlich: Zwischen ihnen
ist von Liebe keine Spur.

Doch wenn Miezel in dem Baume,
wo sie meistens hin entwich,
friedlich dasitzt, wie im Traume,
dann ist Molly außer sich.

Der Tod hat keine Bedeutung

Der Tod hat keine Bedeutung -
ich bin nur nach nebenan gegangen.
Ich bleibe, wer ich bin,
und auch Ihr bleibt dieselben.

Was wir einander bedeuteten, bleibt bestehen.
Nennt mich bei meinem vertrauten Namen.
Sprecht in der gewohnten Weise mit mir
und ändert Euren Tonfall nicht!

Hüllt Euch nicht
in Mäntel aus Schweigen und Kummer.
Lacht wie immer
über die kleinen Scherze, die wir teilten.

Abschied von deinem Menschen

Du hebst den Kopf so unausweichlich schwer,
blickst nur noch trübe in das Lächeln deines Menschen.
Die vielen Jahre Seit an Seit scheinen unendlich her,
dass sich die Schmerzen legen, das wirst du dir wünschen.

Was du stets wedelnd vor Begeisterung
am liebsten von dem Tische deines Menschen fraßt,
bleibt nun verdorben Opfer der Bekümmerung,
weil dich die Zeit mitnahm, die stetig weiter rast.

Geschwächt, das Licht, dass nichts so grell dich blendet,
in seinem Schimmer bist du ich, unfähig aller Tränen,
die ich schon damals oft geweint, nicht eine war verschwendet,
als du ganz winzig noch und viel zu oft nie die Gefahr konntst wähnen.

2011/12/23

Frohe Weihnachten / Merry Christmas

10 Jahre schon

10 Jahre schon lebst Du bei mir,
10 Jahre, dafür dank ich Dir!
Hast alles mit mir mitgemacht,
mit mir geweint, mit mir gelacht!
Warst immer da wenn ich dich brauchte,
küsstest mich, selbst als ich rauchte!
Der Umzug damals, dir war´s egal,
Dein Korb stand schräg an dem Regal,
Du hast Dich trotzdem reingelegt,
und Dich die nächsten Stunden nicht bewegt!
Egal was kam, Dir war es Schnurz,
ließt höchsten mal 'nen leisen Furz,
und schaust mich dann entrüstet an:
„Wie mir das nur passieren kann!“
Ohne Worte sprichst Du Bände,
leckst mir selig meine Hände,
hörst zu und schweigst und denkst dabei:
„Was soll eigentlich die Laberei?“
Viel lieber sollt' ich dich jetzt kraulen
und Dir nicht die Ohren vollmaulen.
Wo Du es magst, das weiß ich ja:
am Ohr, am Bauch, am Po und da.
Ja, hier und dort, und jederzeit
bist Du zum Schmusen gern bereit!
Da sitzt Du nun und schaust mich an,
rückst noch ein Stückchen näher 'ran,
legst mir den Kopf vertraut aufs Bein,
und atmest laut und hörbar ein.
Deine Schnauze ist schon grau,
in meinem Magen wird es flau!
So langsam sieht man es Dir an,
daß man die Zeit nicht halten kann.
Ein bißchen moppig bist Du auch,
manchmal sieht man Deinen Bauch,
Mit ruhigem Schritt gehst Du nach draußen,
man kann auch schreiten, warum laufen?
Deine Augen tränen immer wieder,
grau sind auch schon Deine Lider!
Deine Lieblingsstelle ist im Garten,
da kann ich manchmal lange warten,
wenn Du in der Sonne liegst,
Dir nicht einmal den Kopf verbiegst.
Wenn ich dich bitte reinzukommen,
torkelst du dann ganz benommen
und schaust mich an mit diesem Blick,
der sagt: „Frauchen, Du bist verrückt!
Laß mich doch liegen wo ich war,
die Sonne wärmt mich, ist doch klar,
das tut auch meinen Knochen gut,
und gibt mir wieder neuen Lebensmut!
Hast Du die Schnecke dort gesehen?
Sie schafft's,noch langsamer als ich zu gehen!
Die Maus im Beet hab ich vernommen,
der Schmetterling ist auch gekommen,
hat sich ganz leicht auf meinen Schwanz gesetzt,
als ich wedelte, war er entsetzt!
Dann hab ich noch nen Floh erwischt,
der dachte, es wär aufgetischt!
Der Käfer krabbelt mich am Bauch,
na gut, dann kratz' ich mich da auch!“
Ach, Sina, du wirst langsam alt,
bei dem Gedanken wird mir kalt!
Eines Tages ist es soweit,
dann gehst Du in die Ewigkeit,
man sagt: Du gehst ins Licht.
Du weißt, ich vergeß' Dich nicht!
Deinen letzten Platz, versprech' ich Dir,
bekommst Du in unserem Garten hier,
oben in Deiner Lieblingsecke,
gleich neben der Holunderhecke.
Dann kann ich Dich abends sehen,
wenn wir ohne Dich zum Schlafen gehen.
Doch im Moment, das macht mich glücklich,
liegst Du im Korb, noch ganz gemütlich.
Schnarchst mal wieder furchtbar schlimm,
ich lächel', weil ich glücklich bin!

(Autor unbekannt)

Gebet eines Streuners (2)

Lieber Gott bitte hilf mir bei meiner Qual, der ganzen Welt bin ich egal,
niemand da, der an mich denkt, wer mir ein wenig Liebe schenkt.
So müde von der Streunerei, zieht keine Hoffnung mehr vorbei.
Vor Schmerzen kann ich kaum noch steh'n, muss trotzdem durch den Regen geh'n.
Bei meinem schweren Gange hier verzweifle ich und bet' zu dir:
um jemand, der mich wirklich liebt, mir eine warme Obhut gibt.

Mit einem schönen, warmen Bett. Ja, und 'nem Knochen, das wär' nett!
Beim letzten Herrchen war es schlimm, bin froh, dass ich dort nicht mehr bin.
Ohne Wasser, angekettet, hat mich nur die Flucht gerettet.
Meine Leine hab' ich durchgebissen und bin von dort dann ausgerissen.
Lieber ein Streuner! Lieber allein! Als ewig eingesperrt zu sein.

Jetzt, lieber Gott, bin ich geschafft. Ich kann nicht mehr, mir fehlt die Kraft.
Bin müde, hungrig, mir ist kalt, ich fürchte, Gott, ich werd' nicht alt.
Mit Stöcken jagt man mich und Steinen, doch mir bleibt keine Zeit zum weinen.
Muss durch die Straßen - Knochen finden - obwohl stetig meine Kräfte schwinden.
Hab's nicht verdient, bin eigentlich gut, will nicht, dass man mir Böses tut.
Von Würmern geplagt, von Flöhen gebissen, lieber Gott, ich möchte von dir wissen:

Ob's jemanden gibt auf dieser Welt, dem ich und der auch mir gefällt.
Sollt' es diesen "Jemand" geben - so würd' mein Herz vor Freude beben.
Ja! Alles würd' ich für ihn machen und kau auch nicht auf seinen Sachen.
Ihm lauf ich ganz bestimmt nicht fort, ich liebe ihn und hör auf's Wort.
Doch so schwach, allein wie ich jetzt bin, macht Weiterleben keinen Sinn.
Schmutzig und unendlich mager weine ich jede Nacht in meinem Lager,
weil ich mir solche Sorgen mache, ob ich am nächsten Tag erwache.
Soviel Liebe und Treue kann ich geben, will deshalb eine Chance auf Leben.

Oh lieber Gott, erhör' mich gleich, bevor die letzte Hoffnung weicht
und schicke jemand, der mich liebt. Mein Gott - wenn es dich wirklich gibt...

(von: Bev Davenport, übersetzt aus dem Amerikanischen von Bastian Rosing;
aus: Magazin Seestern - Tierherberge Donzdorf - Ausgabe 2010

Lieben Dank an Ralf Makowski, der meinen Aufruf folgte und diesen Text als Kommentar postete.)